Der Wald macht es einem nicht immer leicht

Wald #03
HERBST 2011
COVERPHOTO:PRIVAT

"es war anstrengend, allein in diesem Wald zu sein, sagt wimmer heute, manchmal beklemmend, manchmal sogar beängstigend:"

Nehmen wir zum Beispiel Erich Wimmer. Der 45-jährige Oberösterreicher hatte sich um das erste WALD-Literaturstipendium beworben, einen Preis, den wir gemeinsam mit den Österreichischen Bundesforsten ausgelobt hatten und der einem Schriftsteller die Möglichkeit geben sollte, zwei Monate lang in einer Waldhütte zu leben und dort in aller Ruhe und Abgeschiedenheit an einem Text zu arbeiten. Wimmer überzeugte die Jury mit einer sehr einfühlsamen Bewerbung und wurde unser erster Waldschreiber. Er packte seine Sachen, fuhr aus Oberösterreich in Richtung Pinzgau und stand dann plötzlich im Wald.

Der Wald macht es einem nicht immer leicht. Denn die Hütte, die Wimmer bezog, ist tatsächlich ziemlich abgeschieden. Sie liegt knapp unterhalb der Spitze des Wildkogels, zwar mit einer traumhaften Aussicht auf den Nationalpark Hohe Tauern, aber eben doch weit weg von jeglicher Zivilisation. Wenn man zur Hütte will, muss man zuerst 40 Minuten eine Forststraße hinauf und dann nochmals 20 Minuten durch den Wald. Und dann ist die Hütte auch nicht besonders groß. Gerade einmal ein paar Quadratmeter hat sie, es gibt ein Stockbett, einen Tisch, einen Ofen, mehr nicht. Wenn man hier allein im Wald ist, darf man nicht ängstlich sein.

Und auch die Natur macht es einem nicht immer leicht. Immer wieder regnete es, als Wimmer auf der Hütte war, manchmal, so erzählt er, lag am Morgen rund um seine Hütte Schnee. Im August.

Es war anstrengend, allein in diesem Wald zu sein, sagt Wimmer heute, manchmal beklemmend, manchmal sogar beängstigend. Aber andererseits: Es war eine unglaubliche Erfahrung, sagt Wimmer. Denn der Wald macht es einem nicht immer leicht. Aber: Er ist unglaublich schön.

die Redaktion
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Dieses Mal im WALD...