Der Wald ist ein Überlebenskünstler

Wald #17
FRÜHLING 2015
COVERPHOTO:PRIVAT

"Vor ziemlich genau 30 Jahren sahen wir ein menschgemachtes Waldsterben auf uns zukommen. In unseren köpfen fand ein umdenken statt."

Die Bilder haben sich eingeprägt. Die schlohweißen Baumstämme. Die verkümmerten, entnadelten Äste. Der Boden, der irgendwie so ganz anders aussah. So ungesund. So – krank. Für Menschen, die Mitte der Achtziger nicht nur Bilderbücher sinnerfassend lesen konnten, lösen diese Aufnahmen wohl eine kollektive Erinnerung aus. Begriffe wie „Waldsterben“ oder „Saurer Regen“ prägten eine Epoche, sie machten deutlich, dass es so etwas wie Umwelt nicht einfach umsonst gab und die Industrialisierung zwar unbestritten der Konsumgesellschaft Vorteile brachte, dass das für die Natur aber nicht zwingend so sein musste.

Wenn man so will, dann durchlebten wir Mitte der 80er eine Phase, die
vor 300 Jahren unter ähnlichen Vorzeichen dazu geführt hat, dass viele Teile Mitteleuropas waldfrei waren. Im Salzkammergut zum Beispiel stand es um die Wälder damals besonders schlecht. Für den Salzbergbau wurde massenweise Holz gebraucht. Vor 300 Jahren sorgte dieser Raubbau dafür, dass einem sächsischen Bergmann die Idee der Nachhaltigkeit kam – man soll nur so viel Bäume ernten, wie wieder nachwachsen können. Und vor ziemlich genau 30 Jahren sahen wir wieder ein menschgemachtes Waldsterben auf uns zukommen. Um es in den Griff zu bekommen, bauten wir Filter in Industrieanlagen ein, Autos bekamen Katalysatoren, die dem Individualverkehr seine Schwermetalle nahmen. Und: In unseren Köpfen fand ein Umdenken statt.

Der Wald, dieser Überlebenskünstler, hatte sich also wieder mal gerettet. Finden wir gut.

PS: Wenn Sie diesem Frühling einen besonderen Style verpassen wollen, dann blättern Sie doch ganz rasch zu Seite 48. Dort bereitet Sie die WALD-Moderedaktion auf die schönsten Tage des Jahres vor. Wie? Lassen Sie sich überraschen.

die Redaktion
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