Eine Zäsur

Wald #61
Frühling 2026

Es gibt wohl keinen Wechsel zwischen deb Jahreszeiten, der sich mit so einer Eindringlichkeit vollzieht wie der Frühlingsbeginn. Es ist kein fliessender Übergang sondern eine Zäsur, ein Neubeginn.

Im Kalender mag dafür vielleicht der 20. März vorgesehen sein, tatsächlich aber beginnt der Frühling Jahr für Jahr in einem dieser unvorhersehbaren, flüchtigen Momente. Die Sonne, die man die letzten Monate nur noch als weiße Kontur hinter Wolken vermutet hat, spürt man plötzlich auf der Haut. Wälder, Gärten, Hecken, Parks erwachen zum Leben, überall summt und zwitschert es und auf einmal wird einem bewusst, wie warm der Stoff des Wintermantels ist. Farben kommen zurück und lösen die in der kalten Jahreszeit vorherrschenden Grautöne ab. In der Natur sowieso, aber auch auf den Laufstegen.

Dort kommen Taschen, Schuhe und Kleider jetzt nämlich im sogenannten Bambi-Girl-Look daher, mit Mustern, die von Rehkitz und Hirschkalb inspiriert sind. Während alles also lauter, schriller und greller wird, dient das scheue und zugegeben auch eher unauffällige Reh als modisches Vorbild. Und das ausgerechnet in einer Welt, die sonst nach Aufmerksamkeit und Inszenierung verlangt. Was das bedeuten könnte? Wir haben uns das einmal genauer angesehen.

Und natürlich zeigt sich der Frühling jetzt auch im Wald. Einer seiner verlässlichen Vorboten ist der Bärlauch, ein sogenannter Frühblüher. Kaum sprießt das erste Grün am Waldboden, liegt auch schon sein unverwechselbarer Duft in der Luft. Mit dem Klimawandel gerät dieses beliebte Waldkraut aber ordentlich unter Druck. Weil sich der Frühling verschiebt und damit auch das kurze Zeitfenster, in dem genug Licht bis zum Waldboden fällt. Wieso wir uns davon aber trotzdem nicht verabschieden müssen, erfahren Sie in dieser Ausgabe.

die Redaktion
Dir gefällt der Artikel? Teile ihn doch!
F

Dieses Mal im WALD...