So finster die Nacht
Wann waren Sie das letzte Mal in richtiger Dunkelheit unterwegs? Also nicht auf der spärlich beleuchteten Landstrasse oder im Park, wenn am Weg die Beleuchtung ausgefallen ist, sondern an einem Ort ganz ohne künstliche Lichtquellen?
Eben, das ist wohl ganz schön lange her.
Schon immer war die Dunkelheit uns Menschen nicht geheuer. Spätestens mit der Erfindung des elektrischen Lichts haben wir sie fast gänzlich aus unserem Leben verbannt. Dass damit nicht nur der Natur, sondern auch uns etwas verloren geht, wird uns erst langsam bewusst. Manches sieht man eben erst richtig gut, wenn das Licht ausgeht, wie wir bei unserem Ausflug an den dunkelsten Ort der Alpen erfahren haben.
Für dieses Heft waren wir gleich noch ein zweites Mal in der Nacht unterwegs. Und zwar im steirischen Murtal. Dort bringt ein eigener Bus junge Menschen am Wochenende zu den Festen in der Umgebung und vor allem auch wieder nach Hause zurück. Wir sind eine Nacht lang mitgefahren und haben uns angeschaut, warum der Weg das Ziel und die Fahrt Teil der Party ist.
Apropos Dunkelheit: Jetzt, wo die Tage kürzer und die Nächte länger werden, haben Geschichten von Geistern und Monstern wieder Saison. Warum uns das Ungeheure in seiner Schaurigkeit so fasziniert, haben Psycholog:innen schon zuhauf abgehandelt. Uns ist aber aufgefallen, dass es für ein bisschen Fürchten und Gänsehaut gar nicht zwingend das Übernatürliche braucht. Auch die Natur selbst kann für Grusel sorgen, wie ein Blick in unseren kleinen Horrorwald zeigt. Aber keine Sorge: Neben dieser Halloween-Strecke haben wir noch zwei weitere Geschichten direkt aus dem Wald in das Heft gepackt. Die sind nicht zum Fürchten, aber trotzdem spannend.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!